Stimmen aus Italien

Im April 2005 schrieb die in Verona lebende freie Journalistin Dr. Beate Herberich folgendes:

AUF VERBRECHERJAGD IN VERONA

Verona-Kenner sehen es sofort: Tina Peruccis Krimis spielen in der Stadt von Romeo und Julia. Schon ihren ersten Roman „Sieben Stunden bis Alatri“. Commissario Fanellis erster Fall“ (edition hirnwin.de) zierte ein Panoramafoto der Brücke „Ponte Pietra“; für Fanellis zweiten Fall „Stille Schreie“ wählte sie das Castelvecchio aus.

Commissario Fanelli ist ein sympathischer Vertreter der Veroneser Polizei. Er lebt mit Luisa, einer Kunsthändlerin, und Teresa, seiner Tochter aus erster Ehe, unter einem Dach. Später gesellt sich noch Kater Vagabondo zu dem Trio, das sich prächtig versteht. Bei seinem zweiten Fall „Stille Schreie“ kommt Fanelli mit Kindesmissbrauch in Berührung, ein Thema, das ihm mehr als einmal auf seinen bereits empfindlichen Magen schlägt. In drei Wochen geschehen drei Morde – Todesursache ist immer ein glatter Herzschuss aus nächster Nähe. Aber nicht nur  das verbindet die drei Verbrechen. Der Täter hinterlässt bei seinen Opfern jedes Mal ein Kinderfoto und einen Vers. Beim ersten Toten, dem Immobilienmakler Ricardo Santini, steht: „Dunque, era necessario per questo e quello, perché volevan segni che gridassero.” Die Zeile stammt, wie Fanelli später in einem Veroneser Buchladen erfährt, von Rainer Maria Rilke: „Also, das tat not für den und den, weil sie Zeichen brauchten, welche schrien.“

Will der Täter sich rächen? Etwa für eine erst kürzlich in Verona geschehene Vergewaltigungsserie? Doch diese Spur erweist sich als Sackgasse. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Santini und den beiden anderen Toten, Valerio Consiglio, dem Direktor der Banca della Città, und dem Anwalt Pasquinelli? Wer ist der geheimnisvolle Mann, der Santinis Beerdigung aus sicherer Entfernung beobachtet und dann ins Nichts verschwindet? Vor drei Jahren wurde Consiglio von einem anonymen Anrufer des Kindesmissbrauchs bezichtigt. Was bedeuten also die Kinderfotos in Consiglios Schließfach? Fanelli erfährt von einer ähnlichen Mordserie, die fünf Jahre zuvor Padua erschütterte. Bei den vier Toten, wie in Verona allesamt angesehene Bürger, wurden Textzeilen aus Kinderliedern gefunden. Bald führt die Spur zu einem Kinderheim in Padua. Und ist es Zufall, dass Teresa erst kürzlich zu einem Vortrag über Kindesmissbrauch an der Universität gegangen ist. Tatsächlich kommt am Ende der entscheidende Tipp von ihr …

Fazit: Ein gelungener und spannender deutsch-italienischer Krimi. Bei Fanellis Streifzügen durch Verona lernt man ganz nebenbei die Stadt kennen und kann so manchen Restauranttipp ergattern. Auch die Einwürfe in italienischer Sprache machen die Handlung lebendig. Wohin die Nachforschungen Fanelli auch immer führen, die Autorin behält die Fäden in der Hand und führt sie geschickt zum Höhepunkt. Nach 278 Seiten akribischer polizeilicher Ermittlungsarbeit entlarvt und verhaftet Fanelli schließlich den Mörder … und nur fünf Seiten später ist der Roman vorbei. Das Ende ist vielleicht etwas zu plötzlich geraten, gern hätte man mehr von der Motivation des Täters erfahren. Aber egal. Commissario Fanelli wächst dem Leser ans Herz – etwas Positiveres kann man über eine Romanfigur kaum sagen.

mailto:bea.herber@gmx.de

 

Massimo Balestrini und Tina Perucci

Massimo Balestrini wurde am 3. März 1967 in Mailand geboren.

Er besuchte das „Istituto d’Arte Beato Angelico“ in Mailand, das er mit dem Diplom eines „Maestro d’Arte“ und der „Maturità d’Arte“ abschloss. Außerdem studierte er an der Universität von Mailand Informatik und erwarb das Diplom „Laurea in Scienze dell’Informazione“. Zum gleichen Zeitpunkt entdeckte er seine Leidenschaft für den Computer als neues kreatives Mittel zur Bildbearbeitung. An der „Accademia di Belle Arti di Brera“ erwarb er das „Diploma di Pittura con lode“ und arbeitete als Assistent von Prof. Filippo Panseca im Lehrfach „Computer Painting“. Seine Werke werden sowohl in italienischen Kunstausstellungen als auch im Ausland gezeigt.

Massimo Balestrini entwarf das Titelbild für Commissario Fanellis 3. Fall Tödlicher Tropfen“. Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Frühjahr 2007 im Wiesenburg-Verlag Schweinfurt.

Massimo Balestrini

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